Die vergangene Weihnachtstagung trägt den Titel „Ursprung Zukunft“. Sie fand vom 27. bis 31.12.2023 in Stuttgart in den Räumlichkeiten des Rudolf Steiner Hauses und der Christengemeinschaft Stuttgart-Mitte statt.

Hintergrund zu Weihnachtstagung: Der Mensch muss sich selbst zu einem weckenden Wesen werden. Zitat von Rudolf Steiner.

„Der Mensch muß mehr werden, als er dem Menschen immer war. Er muß ihm zu einem weckenden Wesen werden. Die Menschen müssen sich näherkommen, als sie sich bisher gestanden haben: zu einem weckenden Wesen muß jeder Mensch, der einem andern entgegentritt, werden.”

Rudolf Steiner, 1923: „Vorträge zur Anthroposophischen Gemeinschaftsbildung“. GA 257.

Die Weihnachtstagung

Licht werden

Unsere heutige Zeit ist voller existentieller Krisen. Die entscheidende Frage, die allen diesen Krisen innewohnt, ist die nach dem Kern unseres Menschseins. Dieser Keim der Menschlichkeit, der in jedem von uns wohnt, wird immer mehr durch die äußeren Umstände bedroht.

Wie können wir die Kraft finden, in unserem Inneren wieder Licht zu werden? Können wir es üben, in ehrlicher Verbindung von Mensch zu Mensch zusammenzukommen? Können wir somit gemeinsam Lichtorte schaffen, die so dringend benötigt werden?

Während der himmeloffenen heiligen Nächten laden wir zu einer Tagung ein, die den wegweisenden Impulsen der Weihnachtstagung 1923/1924 nachgehen möchte. Rudolf Steiner hat damals seine ganze eigene Persönlichkeit eingesetzt für das Überleben der Anthroposophie. Dadurch konnten die neuen Mysterien ins Leben gerufen werden.

Es sind Willensmysterien, in denen jeder aufgerufen ist, aus Freiheit heraus seinen inneren Weg und den Weg innerhalb seiner Schicksalsgemeinschaft zu finden.

Ich, Du und Welt

Überall dort, wo wir wacher werden für die Tiefen unserer Seele, für den Zwischenraum zwischen uns und den anderen Menschen und für das leise Klingen der geistigen Welt, wird unser inneres Licht stärker. Wir lernen nach und nach, dieses Klingen zu hören und es zu deuten, wenn wir ihm zugewandt bleiben. Oft ist es eine Frage, die uns aufweckt und uns auf der Suche nach einer Antwort zu völlig neuen Gedanken führt.

Warum bin ich eigentlich hier? Wie kann mein Interesse an den anderen Menschen und der Welt immer wieder neu belebt werden? Was kann ich für das Gesundwerden der Welt tun?

Im Ich erwachen
Im Du erkennen
In der Welt verwirklichen

Wir haben diesen Dreischritt an drei Tagen gemeinsam geübt und erforscht und anschließend den Anfang des neuen Jahres festlich begangen. Es waren alle eingeladen, die ein Interesse an der Zukunft der Anthroposophischen Bewegung haben und sich auf Begegnung freuen! Eine Kinderbetreuung wurde organisiert, sodass möglichst alle Generationen anwesend sein konnten.


Vorbereitungsgruppe

Vorbereitet wurde die Weihnachtstagung von Isabel Chotsourian-Becker, Merit Brinks, Anna-Lucia Forck, Alexandra Handwerk, Christoph Handwerk, Johann Schmiedehausen, Vicke von Behr und Nina Wedemeyer. Veranstalter war die Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart.

Flyer zur Weihnachtstagung

Die drei Flyer sind gleichen Inhalts. Nur das Titelbild variiert.

Jetzt. Da ich die Furcht überwunden – vor den anderen, vor mir, vor dem Dunkel darunter: an der Grenze des Unerhörten: Hier endet das Bekannte. Aber vom Jenseits her erfüllt etwas mein Wesen mit seines Ursprungs Möglichkeit. Hier wird Begehren zu Offenheit gereinigt: jedes Handeln Vorbereitung, jede Wahl ein Ja dem Unbekannten. Durch die Pflichten des Oberflächenlebens gehindert, mich über die Tiefe zu beugen, aber in ihnen langsam dazu gerüstet, formend in das Chaos niederzusteigen, aus dem der Duft weißer Anemonen das Versprechen einer neuen Zusammengehörigkeit trägt. An der Grenze – Wenn du so weit gekommen bist, dass du keine Antwort erwartest, wirst du zum Schluss in einer Weise schenken können, dass der andere entgegen nehmen – und sich über das Geschenk freuen kann. Wenn der Liebende befreit ist von der Abhängigkeit vom Geliebten durch das Reifen der Liebe zu einem Strahlen, das Auflösung alles Eignen im Licht ist – dann wird auch der Geliebte vollendet, indem er vom Liebenden frei wird. In welchen Dimensionen der Zeit hat dieses Gefühl seine Ewigkeit? Es war, es erfüllte mich mit seinem Reichtum. In mir geboren, von keinem gefühlt, mir entflohen – aber in einer Materie außerhalb von Zeit und Raum geformt von einem Herzen, das Erde wurde.

Dag Hammerskjöld

Alexandra Handwerk hielt im Vorfeld der Weihnachtstagung einen Vortrag in der Heidelberger Gemeinde der Christengemeinschaft als Hinführung auf die Tagung. Er ist online verfügbar: